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Vereins Neuigkeiten

Von links nach rechts:

Prof. Dr. Rolf Mertens, Tugba Demirkol, Allison Czok, Katrin Link, Charlotte Dietz, Maximilian Eßer, Teresa Odipo

 

 

Ein Artikel von Charlotte Dietz:

 

„Hören Sie genau hin“
Auf den Glastüren am Eingang der Station kleben Fensterbilder von zwei Clowns und einer Schnecke. Der Boden der Kinder- und Jugendklinik in der Uniklinik Aachen ist grün, der Gang niedrig wie im restlichen Gebäude. Doch an den Wänden hängen gekritzelte Buntstiftbilder, die gepolsterten Sitze an den Seiten leuchten in orange und gelb. Im Aufenthaltsraum steht eine neue Spielküche. Dort „kochen“ Patienten/innen wie die fünfjährige Alena, die die Leukämie ans Krankenhausbett fesselt. Seit über 20 Jahren betreut Prof. Dr. Rolf Mertens die kleinsten Patienten/innen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen. Lebensdurst-Ich e.V. traf den Oberarzt der Onkologie zu einem Gespräch über den Stationsalltag, seine Erfahrungen im Umgang mit Erkrankungen und was wir als Verein bei unserer Arbeit beachten müssen.

 

Warum haben Sie sich als Mediziner für die Arbeit mit Kindern entschieden?
Kinder gehen sehr gut mit ihrer Krankheit um. Besser als Erwachsene – für die sind gerade Krebserkrankungen oft ein Tabuthema und sie fragen nicht so genau nach. Hinzu kommt, dass wir hier 80 Prozent aller Kinder heilen. Eine Diagnose im Erwachsenenalter ist grundsätzlich viel schlimmer. Schön ist auch, dass ich hier sehr viel Dankbarkeit erlebe. Letztens kam ein ehemaliger Patient vorbei, im Nadelstreifenanzug. Er hat den Krebs überstanden und ist jetzt, viele Jahre später, ein hoher Manager. Solche Erlebnisse sind toll.

 

Was sind besondere Herausforderungen?
Uns ist sehr wichtig, dass das Kind nach der Zeit hier nicht traumatisiert ist. Deshalb geben wir Schmerzmittel – auch Morphin, wenn es sein muss. Kinder sind in manchen Stadien der Krankheit sehr gereizt und aggressiv. Da muss man auch die Eltern beruhigen und verdeutlichen, dass es sich um eine vorübergehende Situation handelt. Für Gespräche mit den Eltern nehme ich mir generell sehr viel Zeit. Das kann auch schon einmal Stunden dauern. Am schwierigsten ist es, wenn das Kind nicht mehr viel Zeit hat und ich seinen Eltern rate, es noch einmal mit nach Hause zu nehmen.

 

Warum empfehlen Sie das?
Viele Eltern reagieren erst skeptisch, haben Angst, etwas falsch zu machen bei der Pflege. Doch nachher sind die meisten unheimlich froh, ihr Kind noch einmal bei sich gehabt zu haben, dass es Abschied nehmen konnte von zu Hause.

 

Dominiert Trauer den Alltag auf der Station?
Nein, hier wird viel gespielt und gelacht. Am Karnevalsdienstag feiern wir immer eine Party.
Welche Tipps können Sie uns als Verein geben, um Lebensfreude zu schenken?
Versuchen Sie, mit Empathie und Feinfühligkeit auf die Patienten zuzugehen. Zwingen Sie niemandem eine Meinung auf. Es gibt leider keinen Königsweg – jeder Mensch ist anders und reagiert auf seine Art und Weise auf die Krankheit. Deshalb ist es wichtig, genau hinzuhören und die Bedürfnisse zu erfahren. Manchmal hat jemand auch einfach keine Lust, zu reden. Das muss man dann auch respektieren.

 

Was sind typische Wünsche von Kindern und jungen Patienten/innen?
Das sind natürlich sehr unterschiedliche Dinge. Oft kann man schon mit kleinen Dingen viel Freude bereiten – zum Beispiel wenn man gemeinsam an einen schönen Ort fährt. Andere wünschen sich Delphinschwimmen, andere eine Baggerfahrt. Hier gilt auch wieder: Individuell hinhören und dann schauen, was Sie ermöglichen können.

 

Worauf müssen wir achten, wenn wir zum Beispiel ein Sportangebot machen?
Bei einer aggressiven Chemotherapie sind viele Patienten/innen nicht sehr belastbar. Zudem ist das Immunsystem ähnlich geschwächt wie bei einer Aids-Erkrankung. Deshalb sollte man zum Beispiel auf keinen Fall schwimmen gehen, denn im Schwimmbad lauern überall Pilze. Grundsätzlich gilt: Alles, was an der frischen Luft stattfindet, ist machbar. Situationen mit vielen Menschen auf engem Raum sollte man vermeiden.

 

Glauben Sie, wir sind als Verein auf dem richtigen Weg?
Es ist schön, wenn junge Menschen wie Sie etwas für die Patienten/innen tun wollen, das wird noch viel zu wenig gemacht. Aber es ist natürlich auch eine hohe Aufgabe. Deshalb sollten Sie auch nicht zu hohe Ansprüche haben, gerade am Anfang. Und Sie müssen es schaffen, mit Trauer umzugehen. Lernen, die Distanz zu bewahren. Es ist niemandem geholfen, wenn Sie an ihrer Aufgabe kaputt gehen.
Nach über anderthalb Stunden Gespräch verließen wir die Uniklinik Aachen mit vielen neuen Eindrücken. Ja, es ist eine schwere Aufgabe und wir ahnen, dass noch einiges auf uns zukommen wird. Aber es ist schön, wenn sich erfahrene Mediziner wie Rolf Mertens Zeit nehmen und unser Vorhaben unterstützen. Das bekräftigt uns erneut, jetzt am Ball zu bleiben und in Zukunft möglichst viele junge Menschen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen.

 

Vielen Dank, Herr Mertens!

 

 

Am 26.Oktober 2012 fand wieder einmal ein Konzert der besonderen Art im Musischen Forum (MuFo) der Deutschen Sporthochschule Köln statt. Einige Studierende der Fachkombination Musik und Sport, aber auch mit manch anderen Fachkombinationen, nutzten die Möglichkeit, sich beim Konzert „SpoHo meets Music“ vor vollem Saal zu präsentieren. Werke von Bach, Beethoven und Schubert wurden dabei am Flügel zum Besten gegeben. Darüber hinaus gab es aber auch Beiträge des Genres „Neue Musik“, wie beispielsweise Minimal Music, einen Filmmusik-Beitrag – Auszug aus dem „Fluch der Karibik“ – und auch eine Gesangseinlage.

Die Spenden des Abends gingen an Lebensdurst-Ich e.V.

Dafür möchten wir uns nochmals herzlich bedanken!

 

Knapp vorbei!

Am 6. November 2012 endete ein Online-Voting der Ing-DiBa. Bei der Ausschreibung wurden 1000 mal 1000€ für gemeinnützige Vereine vergeben. Die jeweils ersten 250 Vereine in jeder Vereinsgröße dürfen sich zu den glücklichen Empfängern zählen.

Mit 1246 Stimmen und Rang 279 haben wir die Chance knapp verpasst. Umso mehr bedanken wir uns aber dennoch bei allen, die ihre drei Stimmen für Lebensdurst-Ich e.V. abgegeben haben!

Hier geht es zum Endergebnis

Beim diesjährigen Kölner Marathon, der am 14.10.2012 stattfand, ging die 1. Vereinsvorsitzende Teresa Odipo bei der Halbmarathon-Strecke für Lebensdurst-Ich e.V. an den Start. 21,0975 km lang präsentierte Sie dabei bei ihrem Lauf durch die Domstadt ein Schild auf ihrem Rücken mit dem Hinweis auf die Lebensdurst-Ich-Homepage.

Wir würden uns freuen, wenn dadurch der ein oder andere Läufer oder auch Zuschauer den Weg zu unserer Seite gefunden hat.

 

Der Kölner Stadtanzeiger berichtete am 24. Mai 2012 ausgiebig von unserem Benefiz-Abend an der Deutschen Sporthochschule.

“Der tatsächliche Mittelpunkt im großen Hörsaal der Sporthochschule Köln waren nicht die Kunststücke, sondern das Krebsschicksal einer jungen Studentin aus Essen.”

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Am Donnerstag fand die erste Benefizveranstaltung des Vereins im großen Hörsaal der Deutschen Sporthochschule in Köln statt. Neben einem vielseitigen Programm aus Musik, Tanz, Artistik und Bewegungstheater, wurde der neu gegründete Verein vorgestellt und sein weiteres Vorhaben erläutert.

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Die erste Benefizveranstaltung zugunsten von Lebensdurst-Ich e. V. am 10. Mai 2012 im Hörsaal 1 der Sporthochschule Köln war in jeder Hinsicht ein großer Erfolg! Bei allen, die diesen Abend als Künstler, Organisatoren, Techniker oder Helfer in verschiedensten Positionen möglich gemacht haben, bedanken wir uns sehr herzlich für ihren ehrenamtlichen Einsatz! Einen besonderen Dank richten wir an Ralph Erdenberger vom WDR, der dem Abend als Moderator mit einem sicheren Mix aus Ernsthaftigkeit und Humor einen würdevollen Rahmen gegeben hat!

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Am Donnerstag, den 10. Mai 2012 findet an der Deutschen Sporthochschule in Köln ein Benefizabend statt. Mit Programmpunkten aus Musik, Tanz und Artistik freuen wir uns auf ein vielversprechendes Abendprogramm und zahlreiche Gäste!

  • Beginn: 19.00 Uhr
  • Deutsche Sporthochschule Köln, Hörsaal 1

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.