Lebensdurst-ich-Segeltörn 2017 – Ein Rückblick

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Lebensdurst-Ich Segeltörn 2017 von Wismar nach Middelfart – Mein ganz persönlicher Eindruck

Als ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte am Lebensdurst-Ich Segeltörn mitzufahren, war ich erstmal etwas überrumpelt und mir schossen direkt Gedanken durch den Kopf wie “Da bist du gerade erst ein paar Tage mit der Therapie fertig” und “So viele fremde Menschen auf so kleinem Raum” und “Oje, dass wird bestimmt anstregend”. Wie das eben so ist, wenn man seine Komfortzone verlassen soll. ;-) Nachdem ich dann eine Nacht darüber geschlafen habe kam mein Drang etwas erleben und neue Menschen kennenlernen zu wollen durch und ich sagte zu. Nun ging es darum, mit meiner Krankenkasse zu sprechen und mir alle notwendigen Sachen (Reiserucksack, Gummistiefel, Regenhose…), die wir benötigen, im Freundes- und Familienkreis auszuleihen. Meine Vorfreunde wuchs mit jedem Tag der das Ereignis näher brachte. Los ging es morgens früh um 6 Uhr. Wir trafen uns am Kölner HBF um gemeinsam den Zug um 7.23 Uhr Richtung Wismar zu nehmen. So hatten wir die Zugfahrt schon Zeit uns etwas kennenzulernen.

Als wir am Wismarer Hafen ankamen war ich ganz schön beeindruckt von dem Anblick dieses tollen Segelschiffes. Im Laufe des Segeltörns nannten wir die “Amphitrite” liebevoll ” unsere alte Dame”, denn sie wurde zwischen 1884-1887 erbaut und wird als älteste seegehende Segeljacht der Welt bezeichnet.

Nachdem wir uns mit einer Suppe gestärkt und die Kojen bezogen hatten, ließen wir den Abend ruhig ausklingen. Am nächsten Tag wollten wir um 5 Uhr morgens aufbrechen. Wir wurden in drei Wachgruppen aufgeteilt, welche tagsüber im 3-Stunden-Takt und Nachts im 4-Stunden-Takt routierten. Ich übernahm die erste Wache von 0-2 Uhr gemeinsam mit einer Mitseglerin. Wir haben schon in diesen zwei Stunden ein so  persönliches Gespräch geführt, dass ich danach wusste, dass ich für mich genau die richtige Entscheidung getroffen hatte, beim Lebensdurst-Ich-Segeltörn mit dabei zu sein. Dieses Gefühl hat sich mit jedem Tag verstärkt. Ich habe in dieser Woche so tolle, sympathische Menschen kennen gelernt und so tiefgründige und persönliche Gespräche geführt. Es war schön meine Erfahrungen mit Gleichgesinnten teilen und auf Augenhöhe Gespräche führen zu können. Hinzu kam, dass wir fast ausschießlich schönes Wetter hatten und ich durch das Segeln und durch das “Mit-Anpacken” mich körperlich auspowern und auch mal abschalten konnte. Wir haben die ganze Woche sehr viel gelacht und Spaß gehabt, ob beim Deck schruben, Abwaschen, Segel setzen, im Ausguck oder abends beim Kartenspielen. Zudem hatten wir ein paar Musiker unter uns die uns mit der Gitarre zum Mitsingen animiert bzw. uns mit ihrem fröhlichen Gesang unterhalten haben. Die Crew hat uns einen wirklich tollen, authentischen Einblick in die traditionelle Seefahrt gewährt und unser Smut hat sich die größte Mühe gegeben auf alle unterschiedlichen Ernährungsstile (Vegetarier, Glutenfrei…) einzugehen. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich bei diesem wunderbaren Ereignis mit dabei sein durfte! Ich habe sehr viele schöne Momente erlebt, viele Gedankenanstöße für mich mitgenommen und einige neue Freunde gefunden. Das Lied, welches zwei Mitsegler für den letzten Abend komponiert haben, sagt einfach alles

“Schön, schön, schön war die Zeit und wenn Heino (Anm.: unser Kapitän) ruft, steh´ich wieder bereit!”

CJ, 32 Jahre

Text/Bilder: CJ, Lebensdurst-Ich e.V.

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