Report von hoher See
Report von hoher See
Von: Lebensdurst-Ich e.V.,0 Kommentare

Segeltörn1Er war das Highlight unseres Vereins im Sommer 2015: Der erste Lebensdurst-Ich-Segeltörn. Hier nun ein Rückblick von Christoph und Carina und ein wunderbarer Film von Anna-Lisa!

An jenem Freitag im Juli stapelten sich am Gleis 11 des Hamburger Hauptbahnhofs haufenweise Taschen, Koffer und Pizzakartons. Unsere begeisterten zukünftigen Segler freuten sich über eine Pizza ihrer Wahl und einen marineblauen Lebensdurst-Ich Pullover* während ihres Umstiegs auf dem Weg nach Aarhus in Dänemark, wo das wellige Abenteuer am nächsten Tag beginnen sollte. Mit dabei waren acht akut und ehemalige betroffene Krebspatienten, sieben Mitglieder unseres Vereins, eine Krankenschwester sowie ein Arzt.

Nach der ersten Nacht in der Jugendherberge stand der große Umzug auf die Albatros an, ein Traditionssegelschiff des Clipper DJS e.V. aus dem Jahre 1942. An Bord gab es drei Kajüten, in denen sich sechs Kojen auf je etwa drei Quadratmetern befanden. Sie zu beziehen glich einem Tetris-Spiel. Nach dieser Herausforderung folgte die Einführung in das zwei- bis vierstündig wechselnde Wachsystem. An Deck der Albatros hielten sich rund um die Uhr Wachteams auf, die tagsüber alle Tätigkeiten kontrollierten, die beim Segeln anfielen. Nachts vor Anker wurde stets ein Auge auf unsere GPS-Position geworfen, um sicher zu stellen, dass die Strömung das Schiff nicht abtreiben ließ. Die erste Nacht verlief bei milden Winden reibungslos. Nachdem (unfreiwillige) Frühaufsteher den Anker zu nicht feierlichen Zeiten mit vollem Körpereinsatz bargen, folgte am zweiten Tag die Einführung in die Segelpraxis. Erst wenn Großsegel, Schonersegel, Fock, Innen- und Außenklüver unter Kapitän Heinos Aufsicht mit Hilfe aller flott gesetzt waren, nahmen wir Kurs gen Süden.

Entlang der dänischen Küste steuerten wir den Hafen in Nyburg an, den wir nach einigen Tagen erreichten und dort erstmalig wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Nach einem halben Landtag und einer Menge strahlender, frisch geduschter Gesichter segelten wir am nächsten Tag weiter in Richtung Fehmarn. Dort angekommen, nahmen einige Bewegungsfreudige im Schlauchboot Kurs auf die Insel und tobten sich dabei sportlich aus.

Unter ruhigen Wetterbedingungen und mit nur seekranken Einzelfällen erreichten wir nach einer Woche unseren Zielhafen in Neustadt.

Beim Segeln fallen manchmal körperlich und psychisch anspruchsvolle Aufgaben an. Uns ist es gelungen, sie gemeinsam zu bewältigen. Jeder trug mit seinen Kräften zum Erfolg an Bord bei. Die Abende verbrachten wir in heiterer Stimmung mit drei Gitarren und kreativem Singen unter freiem Sternenhimmel an Deck.

Segeltörn3Jeden Tag konnten wir viele Stunden lang die Weite des Meeres erleben und die Unbefangenheit abseits des Alltags und seiner Sorgen genießen. Etliche Momente ergaben sich, um einander zuzuhören und sich über vergangene schwierige Zeiten auszutauschen. Aber auch gelacht haben wir – mehr denn je. Gemeinsam können wir nun auf eine absolut einzigartige Woche auf dem Meer zurückblicken!

* gesponsert von juraexamen.info, denen wir ganz herzlich für die Unterstützung von 1.000 Euro danken möchten!

Text: Christoph Ehringer, Carina Schönherr

Bilder: Rike Esser, Lebensdurst-Ich e.V. Archiv

Video: Anna-Lisa Ashman

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